Gender: Male
Status: In a Relationship
Age: 29
Sign: Leo
State: Sachsen
Country: DE
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07/25/07
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Sunday, April 20, 2008
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was über kuddel ( von ringelnatz)
Vom Seemann Kuttel Daddeldu
Eine Bark lief ein in Le Haver, Von Sidnee kommend, nachts elf Uhr drei. Es roch nach Himbeeressig am Kai, Und nach Hundekadaver.
Kuttel Daddeldu ging an Land. Die Rü Albani war ihm bekannt. Er kannte nahezu alle Hafenplätze.
Weil vor dem ersten Hause ein Mädchen stand, Holte er sich im ersten Haus von dem Mädchen die Krätze.
Weil er das aber natürlich nicht gleich empfand, Ging er weiter, -- kreuzte topplastig auf wilder Fahrt. Achtzehn Monate Heuer hatte er sich zusammengespart.
In Nr. 6 traktierte er Eiwie und Kätchen, In 8 besoff ihn ein neues, straff lederbusiges Weib. Nebenan bei Pierre sind allein sieben gediegene Mädchen, Ohne die mit dem Zelluloid-Unterleib.
Daddeldu, the old Seelerbeu Kuttel, Verschenkte den Albatrosknochen, Das Haifischrückgrat, die Schals, Den Elefanten und die Saragossabuttel. Das hatte er eigentlich alles der Mary versprochen, Der anderen Mary; das war seine feste Braut.
Daddeldu -- Hallo! Daddeldu, Daddeldu wurde fröhlich und laut.
Er wollte mit höchster Verzerrung seines Gesichts Partu einen Niggersong singen Und »Blu beus blu«. Aber es entrang sich ihm nichts.
Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen. Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldu Erwachte erstaunt und singend morgens um vier Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
Daddeldu bedrohte zwecks Vorschuß den Steuermann, Schwitzte den Spiritus aus. Und wusch sich dann.
Daddeldu ging nachmittags wieder an Land, Wo er ein Renntiergeweih, eine Schlangenhaut, Zwei Fächerpalmen und Eskimoschuhe erstand. Das brachte er aus Australien seiner Braut.
Joachim Ringelnatz (1883-1934)
1:29 PM
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Friday, March 28, 2008
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3/4 romanze
¾ Romanze
An der ecke Gutsmuths und Karl-Heine, da steht ein Matrose und singt, von Bars und Puffs und Barrikaden und ..ner vollen Flasche Korn, die er versteckt hat in den Büschen, den Ort, den weiß nur er.
Von der rauen See und dem tanzenden Drachen, Zwischen Siemens und Naumburg an die Mauer gespieen. Und wohnen tut er für ..nen Groschen, bei ner gnädigen Hure in Lindenau, in Lindenau. In Lindenau Ecke Karl-Heine und Gutsmuths da steht ein Matrose und singt.
Gerlinde die Offne und Gute, die noch für jeden ..ne Höhlung fand, war des eckestehens müde und des Winds, der so scharf durch die Merseburg pfiff. Die nahm den Matrosen mit in ihre Buchte, zu Butterbrot und Kirschlikör.
Und manchmal braucht..s auch keinen Groschen, bei den gnädigen Huren in Lindenau, in Lindenau.
Herr Braun März 2007
5:50 AM
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Sunday, February 24, 2008
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b. brecht: über die verführung von engeln
Engel verführt man gar nicht oder schnell. Verzieh ihn einfach in den Hauseingang Steck ihm die Zunge in den Mund und lang Ihm unterm Rock, bis er sich naß macht, stell Ihn, das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen Dann halt ihn fest und laß ihn zweimal kommen Sonst hat er dir am Ende einen Schock.
Ermahn ihn, daß er gut den Hintern schwenkt Heiß ihn dir ruhig an die Hoden fassen Sag ihm, er darf sich furchtlos fallenlassen Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt-
Doch schau ihm nicht beim Ficken ins Gesicht Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht.
11:49 PM
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Friday, February 22, 2008
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aus einer anderen zeit überliefert
Sonntag
Zu viel Zeit für irgendwas. Versuche Minuten, Stunden, Tage herumzubringen trinken, rauchen, denken, reden, wichsen, schlafen , denken, trinken. Der ganze Scheiß kommt mir schon aus den Ohren raus tropft auf den Boden und bleibt dort liegen bis ihn ein pelziger Perser mit spastischen Grinsen zusammenfegt und in den Ausguß wirft.
8:37 PM
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straßengedanken
Auf der einen Strasse
Von einem Berg herunter In einem altersschwachen Bus Josef und seine schwangere Maria Abraham und sein unmöglicher Sohn Ein verwundeter Sachse Ein Russe auf den Weg nach Kiew Und ein Ismael
Die eine Straße – Unterwegs – Jeder auf seiner Geschwindigkeitsbegrenzung 50
Im Mief von ungewaschenen Leibern läßt Ismael sich einlullen, trägt seinen Teil dazu bei.
Kein flacheres Land irgendwo sonst. Straße ziehen sich schnurgerade.
Aufblenden – Abblenden Gesichter der Reise Pläne – Abhängigkeiten – Visionen – Leere Leere – Leere in allem
Zigaretten rauche Nicht alle auf einmal, weil Maria schwanger
An der Autobahn groß NO AUTOSTOP
Lebwohl Zion – Seifenblase Grüß dich Babylon – Illusion Leere – in allem Leere in Zion, Leere in Babylon, Leere in verdreckten Malocherklamotten, die sich gut anfühlen auf Ismaels Haut
Wir schleichen durch die Nacht Nach Hause hin.
Gelb beleuchtete Autostrada Dellen in den Leitplanken Umspannwerke Noch eine Kippe Mit schweren Augen Ruhe und Leere Gut und warm
8:23 PM
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Thursday, February 21, 2008
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brauns beiträge zu "die Falle" coming out soon
I falle wenn ich in die falle falle falle ich in bilder und falle im fallen zwischen farben und fehlern bis in deinen moosigen schoß in meine süßeste falle
II vom abgebrochenem lebenswandel
...anstreicher währe doch schon mal etwas. oder lokführer, was sicheres, was festes, mit rente mit hund mit verein, man hätte sogar geld und muse in den puff zu gehen.
III
...zwischen bahnhof atocha und tribunal liegt die metrostation anton martin. mit einer ganz besonderen akkustik. langer gefliester tunnel, und in seiner mitte eine grotte kurz hinter der absperrung. da trafen wir uns öfters zum spielen. gab kaum geld aber der klang war so schön und das wenige was sie uns gaben brachten wir mit rotwein durch.
11:37 AM
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Tuesday, January 08, 2008
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in ihren Augen
In ihren Augen schafdumme Geilheit Ich nahm sie Sie und manche andere
Sie mögen glänzende Bilder Selbst wenn es nur Skizzen sind Die weißen stellen malen sie sich selber aus In Watteweichen Immer gleichen Von unterm bauch diktierten Farben
Weil es ein Prinz sein muß Der ihr die Tragetasche füllt Mit Samen oder Lügen.
4:57 AM
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das eine und die zwei
Das Eine und die Zwei Daniel Braun
Das Eine sieht die Zwei und lächelt lehnt sich zurück und ruht.
Die Zwei sind ein Du und die Zwei sind ein Ich. Die Zwei haben Angst vor dem Einen.
Das Eine lehnt sich zurück und lächelt.
4:52 AM
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begegnungen in lindenau
Begegnungen in Lindenau Für V.T.
Manches mal schon trieb die Nacht sie zueinander. Zwei Narren in zerschliss´nem Kleid, die sich vom hingestreuten Beifall nähren.
Auf dünner Klinge um ihr Leben balancierend, einander ihre Sprünge zeigend, schreien sie der Welt ins taube Gesicht.
Aus versoff´nem Füllsel bauen sie sich Kathedralen, aus Altbaugrau ´ne Republik. Und trinkt drauf, dass denen nie die Träume leer und ihre Luftpaläste Wahrheit werden. Und schmeißt einen Groschen oder zwei.
Daniel Braun März 2007
4:50 AM
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Tuesday, December 04, 2007
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volly hat ein neues buch und ich das nachwort dazu geschrieben
Nachwort zu Volly Tanners „Lasst mein Volk ziehen" Von Daniel Braun
Tanner 1929 sein Lumpenbündel in den leeren Wagon eines Güterzuges werfend… Tanner 1933 ganz vorne bei der letzten Saalschlacht vor der Wahl… Tanner 1939 auf der Verladerampe, wartend mit tausend anderen… Tanner 1944 in die Öffnung eines falschen Duschkopfs blickend, als das Licht ausgeht… Tanner 1950, russisches Klopfen an seiner Tür, vor dem Haus lässt ein Lkw-Fahrer den Motor laufen… Tanner 1964 unter einem quadratisch eingemauerten Stück Bautzener Himmels… Tanner 1989, schiebt Schabowski einen Zettel zu, kurz vor einer Pressekonferenz… Tanner als Briefträger in Los Angeles, erst schließt er die Tür, dann seine Hose… Tanner trinkt Wasser in Saint Quentin… Tanner auf einem Sockel und durch die Kloake gespült, weil es das gleiche ist am Ende… Tanner morgens um acht müde auf der Karl-Heine-Straße auf dem Weg nach Hause.
…Lasst mein Volk ziehen…und Tanner teilte das Meer und manche sagen das Meer sei nur aus Schilf gewesen und manche sagen „Gott" und manche sagen gar nichts und manche lügen. Hinter alledem, wie ein Phantom, der weiße Wal, mit seinem schiefen Maul und den wie Korkenziehern verdrehten Harpunen im Kopf und in der Seite. Den Wal, den wir alle jagen, schon seit Jahrtausenden, weil er uns ein Bein abgerissen hat, wegen dem wir auf unserem Weg eher stolpern als schreiten und von dem wir keine Ahnung haben, was er eigentlich wirklich ist.
Tanner der Ahab, der seine Harpuniere vor sich antreten lässt um ihre gekreuzten Lanzen auf die Jagd einzusegnen, der einen nach Tran, Alltag und Scheitern stinkenden Walfänger namens „Wirklichkeit" durch das Brackwasser unserer Zeit dem Untergang entgegen lenkt. Die Nacht gießt schlierige Erinnerungen in ihren löchrigen Topf und zurück bleibt das Hinterzimmer einer Kneipe als die Lesung schon zu Ende ist. Ich weiß nicht einmal mehr, ob es seine eigene war oder ob er nur „aufwertete". Umringt von literarisch feucht dreinblickenden Frauenzimmern hält er Hof, saugt Sinn, schnorrt hier und da Zigaretten und weiß, dass er den Moment beherrscht weil er lauthals alles dafür tut. So trafen wir uns zum ersten Mal. Ich war neu in der Stadt und er Institution. Es wurde spät. Abwechselnd spielten wir unsere Trümpfe und behielten noch welche im Ärmel für später zurück. Wir nahmen Maß. Ob wir am Ende auf Augenhöhe waren überliefern die Analen nicht, weil der Chronist unter den Tisch gerutscht war. Seitdem sind wir uns oft begegnet. Es flackern Bilder über die von Schimmel zerfressene Leinwand im Hinterhof eines Abrisshauses: Tanner, der Auspeitscher junger Dinger, Tanner, der matschäugige Berufspunker, Tanner, der mit vor Neid verkniffenen Augen über das Deutsche Literatur Institut lästert und Clemens Meyer scheitern sehen will, Tanner, der sich selbst am meisten mag. Tanner, alternd auf dem Abstellgleis der Nacht, Tanner, der Freund, der mir seine Erschöpfung gesteht, ein kleiner Junge, der nach Liebe winselt und gleichzeitig nach jedem austritt, der ihm zu nahe kommt, Tanner, der Worte wie Geschosse schleudert. Man kann im Leipziger Nachtleben keine Katze schwingen ohne mindestens einmal Volly mit ihr zu treffen. Mit Leben in Gesicht und Stimme liest er sich durch die Trinkorte dieser Stadt, legt in Abschleppkaschemmen auf, unterhält Hochzeitsgesellschaften von Richtern und Staatsanwälten und streut Anarchie auf deren salzige Böden. Er schreibt für ein halbes Dutzend Zeitungen und versuchte auch schon mal das Rathaus zu stürmen. Volly ist im Radio, bei „Myspace" und im „Schwarzen Leipzig". Man kann ihn mieten aber nicht kaufen, man kann sich manchmal sogar der Illusion hingeben, ihn ganz für sich alleine zu haben. Er schreit, er stammelt und wenn er flüstert, ist er am gefährlichsten. Er tritt im Ausland auf, sogar in Westdeutschland und da, wo man ihn nicht versteht, dort vielleicht am liebsten. Seine Lyrik ist die der neuen Ghettos, seine Ungereimtheiten stemmt er aus dem Auswurf der „zu vielen", im Hintergrund immer leise die Melodie der Liebe zum echten Leben, zu dem, dass keinen Platz in den Feuilletons der Hochglanzpresse findet. Mit dieser Kunst lässt sich nur wenig Geld verdienen, man bleibt hungrig so sehr man sich auch für sie das Fell vom Buckel scheuert. Doch die Hungrigen werden das Beißen nie verlernen und vielleicht sogar mal einen weißen Wal erlegen, selbst wenn er sie mit in die Tiefe zieht. Volly Tanner wohnt mir gegenüber, wenn ich nachts im Bad kiffe kann ich manchmal seine Alte schreien hören beim Sex und manchmal kommt es mir so vor als hätten wir schon mal die gleiche Frau gevögelt. Den gleichen Wal jagen wir mit Sicherheit.
1:26 AM
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