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Dominique Jean

Last Updated:
Apr 14, 2008

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Wednesday, May 02, 2007

Einen Augenblick, bitte
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Einen Augenblick, bitte


„…mir geht es sooo schlecht" über derartige Aussagen muss ich schmunzeln. Wie können Leute, die in unserer modernen Welt leben, von Leid sprechen. Gut. Ich gebe zu hier und da hat jeder Mensch seine Probleme, aber gedenkt der Länder, die hungern. Die Menschen, die aus Hunger weinen. Sterben. Das ist in meinen Augen das wahrhaftige Leid dieser doch so modernen Welt. Informationsgesellschaft. Selbstverständlich sind wir darüber informiert. Hinsehen – wozu? Helfen – wie? Wegsehen und ablenken lassen – okay! Wir die Bürger der Moderne sind schon sauer und melancholisch gestimmt, wenn nicht das richtige Essen auf dem Tisch steht oder das nötige Kleingeld zu einem Porsche fehlt. Nur mal so: Jenseits dieser Welt können sich die kleinen Kinder das Kind sein nicht leisten. Das Spielen mit einem Handheld der neuen Generation ist dann doch nur unseren gestattet. Technik. Fortschritt in jedem Detail unserer Welt. Vereinfacht. Automatisiert. Entseelt?

Armes Nirwana, das wir vergessen. Vergessen wollen? Davon abgelenkt werden.

Ich bete jeden Tag, wenn auch nicht in der üblichen Form des Händchenhaltens, zu Gott, er solle das Bewusstsein des hierzulande lebenden Bürger erweitern und die Tatsache – das Glück - erkennen lassen, wie gut die unsrige Welt ist. Asphaltierte Straßen, wenn auch Stau, viele rote Ampeln, verwirrende Verkehrszeichen und keine Parkplätze. Strom, wenn auch immer teurer werdend. Kostenloses Schulsystem, wenn auch für viele Schüler und auch einige Lehrer eine nervige Angelegenheit. Autos, wenn auch umweltschädigend, aber eine angenehme Art sich von A nach B zu befördern. Kuchen, der bei einigen Menschen schon Göttlichkeitsstatus erreicht hat und zunehmend zeremoniell gefeiert wird. DVDs. Taschenrechner. Supermultimedia. Alles und irgendwie doch nichts. Warum? Normalität! Standard! Alltag! „Kennen wir einfach schon", „… bin doch damit aufgewachsen" Das Wertschätzen der Dinge geht verloren. Zeit darüber nachzudenken geht verloren. Wörter wie Stress, Terminplaner, Just in Time, Kopfschmerzen haben Hochkonjunktur. Sie haben sich im Wortschatz eingeschlichen und suchen fleißig nach neuen Wirten, um gelebt zu werden. Und sie werden fündig.

Ein Besserwerden der Umstände ist selten zu erwarten. Der Drang nach „großen Dingen" wächst. Schmuck, das eigene Haus, Karriere – alles sehr wichtig. Schließlich bilden diese Objekte das Endprodukt der ganzen Strapazen. Und doch kann der Unzufriedenheit, die ganz anderen Ursprung hat, damit nicht immer entgegengewirkt werden. Vielmehr müssen Sie sich ins Bewusstsein rufen, dass gerade in diesem Moment, diesem Augenblick Menschen, wie wir, eines sehr viel schlimmeren Schicksals ausgesetzt sind und wirklich leiden. „….ihnen geht es schlecht"

Ein Gedanke verändert zugegebenermaßen nicht die Welt, aber sie beeinflusst vielleicht die Ihrige. Sinnieren Sie darüber. Wenigstens einen Augenblick, bitte.


Dominique – Jean Midedji

6:04 AM - 4 Comments - 0 Kudos - Add Comment


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